Push Dimming ist die einfachste Möglichkeit, einen LED Streifen über einen Wandtaster zu schalten und stufenlos zu dimmen. Der Taster wird direkt an den Controller angeschlossen, ohne Funkverbindung, ohne App und ohne 230V am Taster. Ein kurzer Tastendruck schaltet ein und aus, ein langer Tastendruck dimmt hoch und runter. Fertig.
Das Prinzip ist ideal für Installationen, bei denen ein fester Bedienpunkt an der Wand gewünscht ist: in Fluren, Treppenhäusern, Garagen, in der Küche oder überall dort, wo eine Fernbedienung unpraktisch ist oder verloren geht.
Was wird benötigt?
Für eine Push-Dimming-Installation brauchst du vier Komponenten: ein LED Netzteil, das 24V DC liefert, einen LED Controller mit Push-Dim-Eingang, einen LED Streifen und einen potentialfreien Taster.
Als Controller eignen sich zum Beispiel der MiBoxer SR2 (12 A, 12-24V) oder der MiBoxer HR2 (30 A, 12-48V). Beide haben auf der Klemmleiste einen Push- und einen GND-Anschluss für den Taster.
Der Taster muss ein einpoliger potentialfreier Schließer (Normally Open) sein. Das bedeutet: Im Ruhezustand ist der Kontakt offen, beim Drücken schließt er und beim Loslassen öffnet er wieder. Handelsübliche Unterputz-Wipptaster von Merten, Gira, Busch-Jaeger oder Jung erfüllen diese Anforderung. Kein Schalter, kein Dimmer, kein beleuchteter Taster mit Glimmlampe.
So wird angeschlossen
Die Verkabelung besteht aus drei Abschnitten: Netzteil zum Controller, Controller zum LED Streifen und Taster zum Controller.
Netzteil zum Controller
Das LED Netzteil wird an 230V angeschlossen. Auf der Ausgangsseite liefert es 24V DC. Die Klemmen V+ und V- des Netzteils werden mit den Eingangsklemmen V+ und V- des Controllers verbunden. Hier fließt der gesamte Strom für den LED Streifen, deshalb muss der Kabelquerschnitt zur Leistung passen.
Controller zum LED Streifen
Die Ausgangsklemmen des Controllers (V+ und V- bzw. Output) werden mit dem LED Streifen verbunden. Die Polung muss stimmen: Plus an Plus, Minus an Minus. Der Controller sitzt also zwischen Netzteil und Streifen und regelt per PWM die Helligkeit.
Taster zum Controller
Vom Controller führen zwei Kabel zum Taster: eines von der Klemme Push und eines von der Klemme GND.. Der Tastereingang (je nach Hersteller mit L, COM oder ähnlich beschriftet) wird mit GND vom Controller verbunden. Der Tasterausgang (beschriftet mit NO, NO 1, Pfeilsymbol oder ähnlich) wird mit Push vom Controller verbunden. Beim Drücken des Tasters wird der Kontakt zwischen Eingang und Ausgang geschlossen, der Kreis zwischen Push und GND am Controller schließt sich und der Controller erkennt den Tastendruck. Beim Loslassen öffnet der Kontakt wieder.
Benötigt wird ein einpoliger Taster (Schließer, Normally Open) ohne Beleuchtung. Geeignet sind handelsübliche Unterputz-Taster gängiger Schalterprogramme, zum Beispiel von Merten, Gira, Busch-Jaeger oder Jung. Entscheidend ist, dass es ein Taster ist (federt beim Loslassen zurück) und kein Schalter (bleibt in der geschalteten Position stehen). Die meisten Standard-Schalterprogramme bieten neben Wippschaltern auch Wipptaster im gleichen Design an.
Am Taster liegt keine eigene Spannung an. Das Kabel kann dünn sein (0,5 mm² reicht), weil praktisch kein Strom fließt, und kann über weite Strecken zwischen Tasterposition und Controller geführt werden.
Wichtig: An die Push- und GND-Klemmen darf niemals 230V Netzspannung angeschlossen werden. Das zerstört den Controller sofort und unwiderruflich.
Bedienung
Die Steuerung über den Taster folgt einem einfachen Muster. Ein kurzer Tastendruck schaltet das Licht ein. Ein weiterer kurzer Druck schaltet es aus. Der Controller merkt sich dabei die zuletzt eingestellte Helligkeit und stellt sie beim nächsten Einschalten wieder her.
Ein langer Tastendruck (gedrückt halten) dimmt die Helligkeit. Beim ersten langen Druck wird hochgedimmt, beim nächsten langen Druck runtergedimmt. Die Richtung wechselt automatisch. Sobald der Taster losgelassen wird, bleibt die aktuelle Helligkeit stehen.
In der Praxis fühlt sich das nach wenigen Minuten intuitiv an: kurz drücken für Ein/Aus, lang halten für Dimmen.
Zwei Taster an einem Controller
Wer den LED Streifen von zwei Stellen aus bedienen möchte, zum Beispiel an beiden Enden eines Flurs oder am Eingang und am Bett, kann zwei Taster parallel an denselben Push-Dim-Eingang anschließen. Beide Taster werden jeweils mit einem zweiadrigen Kabel an die Klemmen Push und GND geführt. Beide Taster haben exakt dieselbe Funktion: kurz drücken für Ein/Aus, lang halten für Dimmen.
Push Dimming und Funk gleichzeitig
Der SR2 und der HR2 sind keine reinen Taster-Controller, sondern vollwertige 2,4 GHz Funk-Empfänger. Das bedeutet: Parallel zum Taster kann auch eine MiBoxer Fernbedienung oder eine Wandsteuerung angelernt werden. Beide Bedienwege funktionieren gleichzeitig und unabhängig voneinander. Der zuletzt gegebene Befehl gilt.
Das eröffnet eine praktische Kombination: Der Taster an der Tür für schnelles Ein- und Ausschalten und die Fernbedienung auf dem Couchtisch oder Nachttisch für bequemes Dimmen aus der Ferne.
Push Dimming mit CCT LED Streifen
Der MiBoxer SR2 und HR2 arbeiten beide im 2-in-1 Modus und lassen sich per SET-Taste zwischen einfarbig (Single Color, 1-Kanal) und CCT (Dual White, 2-Kanal) umschalten. Im CCT Modus steuert der Taster die Helligkeit beider Weißkanäle gemeinsam. Die Farbtemperatur lässt sich über den Taster allerdings nicht ändern — dafür wird eine Fernbedienung oder Wandsteuerung benötigt.
Häufige Fehler vermeiden
Der häufigste Fehler ist der Anschluss eines Schalters statt eines Tasters. Ein Schalter bleibt in seiner Position und hält den Kontakt dauerhaft geschlossen. Der Controller interpretiert das als dauerhaften langen Tastendruck und dimmt endlos hoch oder runter. Es muss ein Taster sein, der nach dem Loslassen in die Ausgangsposition zurückfedert.
Der zweithäufigste Fehler ist ein beleuchteter Taster mit Glimmlampe oder LED. Die Beleuchtung lässt einen kleinen Reststrom über den Push-Dim-Eingang fließen, auch wenn der Taster nicht gedrückt wird. Das führt zu Fehlfunktionen wie ungewolltem Einschalten oder Flackern. Die Lösung ist ein einfacher mechanischer Taster ohne Beleuchtung.
Und der gefährlichste Fehler: 230V Netzspannung an den Push- oder GND-Klemmen. Diese Klemmen sind ausschließlich für potentialfreie Kontakte ausgelegt. 230V zerstören den Controller sofort.
Netzteil und Dimensionierung
Das Netzteil muss die gleiche Spannung liefern wie der LED Streifen (12V oder 24V, beim HR2 auch 36V oder 48V). Die Leistung des Netzteils sollte mindestens 20 Prozent über der Gesamtleistung aller angeschlossenen Streifen liegen. Für einen 5 Meter langen einfarbigen LED Streifen mit 14 W/m an 24V ergibt das 70 W Streifenleistung, also ein Netzteil mit mindestens 85 bis 100 W.
Das Netzteil bleibt bei Push Dimming dauerhaft am Netz. Der Controller schaltet den Streifen über PWM, das Netzteil selbst läuft im Standby mit einem Verbrauch von typisch unter 0,5 W. Bei 24V LED Streifen sollte in der Regel alle 7 bis 8 Meter neu eingespeist werden.
Für die Montage in LED Aluprofilen wird der Streifen in das Profil eingeklebt und mit einer Abdeckung versehen. Das schützt den Streifen und sorgt für ein gleichmäßiges Lichtbild, besonders bei SMD Streifen. COB LED Streifen erzeugen auch ohne opale Abdeckung eine homogene Lichtlinie.
Bei Fragen zur Verkabelung, zur Dimensionierung oder zur Auswahl des passenden Controllers berät unser Fachteam dich gerne. Telefonisch, per E-Mail oder über WhatsApp.