Lumen (lm) ist die Maßeinheit für den Lichtstrom und beschreibt, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt in alle Richtungen abgibt. Je höher der Lumenwert, desto heller ist die Lichtquelle. Dabei spielt es keine Rolle, wohin das Licht fällt oder wie groß der beleuchtete Raum ist. Lumen misst ausschließlich die Gesamtmenge des abgegebenen Lichts.
Ein praktisches Beispiel: Eine klassische 60-Watt-Glühbirne erzeugt etwa 700 bis 800 Lumen. Ein einfarbiger LED Streifen mit 14 W pro Meter liefert je nach Modell zwischen 1.200 und 1.600 Lumen pro Meter. Die Lumen-Angabe steht in den technischen Daten jedes LED Streifens und ist der wichtigste Wert, um die Helligkeit verschiedener Streifen miteinander zu vergleichen.
Was ist Lux?
Lux (lx) ist die Maßeinheit für die Beleuchtungsstärke und beschreibt, wie viel Licht tatsächlich auf einer bestimmten Fläche ankommt. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter. Während Lumen die Lichtquelle beschreibt, beschreibt Lux das Ergebnis auf der beleuchteten Oberfläche.
Derselbe LED Streifen mit 1.400 Lumen pro Meter erzeugt auf einer Arbeitsfläche von einem Quadratmeter direkt darunter eine andere Beleuchtungsstärke als auf einer Fläche, die drei Meter entfernt ist. Je weiter das Licht von der Quelle entfernt ist und je größer die beleuchtete Fläche, desto weniger Lux kommen an. Lux ist deshalb immer an eine konkrete Situation gebunden: Abstand, Raumgröße, Reflexionen der Wände und Abstrahlwinkel der Lichtquelle spielen eine Rolle.
Lumen vs. Lux: Der Unterschied auf den Punkt

Lumen beantwortet die Frage: Wie hell ist die Lichtquelle? Lux beantwortet die Frage: Wie hell ist es an einem bestimmten Ort im Raum?
Beim Kauf eines LED Streifens steht die Lumen-Angabe im Datenblatt. Sie hilft dabei, Streifen verschiedener Hersteller und Modelle in ihrer Helligkeit zu vergleichen. Lux hingegen wird bei der Lichtplanung verwendet, um zu berechnen, ob eine Installation genug Licht für den vorgesehenen Zweck liefert. In der Praxis bedeutet das: Lumen wird beim Einkauf verglichen, Lux wird bei der Planung berechnet.
Lumen pro Watt: Die Effizienz einer LED
Eine weitere wichtige Kennzahl ist der Lumenwert pro Watt (lm/W). Dieser Wert beschreibt, wie effizient eine LED elektrische Energie in Licht umwandelt. Ein LED Streifen mit 140 lm/W erzeugt aus einem Watt Leistung 140 Lumen Lichtstrom. Je höher dieser Wert, desto effizienter arbeitet die LED und desto weniger Strom wird für dieselbe Helligkeit benötigt.
Hochwertige LED Streifen erreichen heute Werte zwischen 120 und 180 lm/W. Günstige Streifen liegen oft bei 80 bis 100 lm/W. Der Effizienzwert wirkt sich direkt auf den Stromverbrauch und auf die Wärmeentwicklung aus: Ein effizienterer Streifen erzeugt bei gleicher Helligkeit weniger Abwärme und kann in einem kompakteren LED Aluprofil verbaut werden.
Wie viel Lumen brauche ich pro Meter LED Streifen?
Die benötigte Helligkeit eines LED Streifens hängt davon ab, ob der Streifen als Akzentbeleuchtung, als Ambientebeleuchtung oder als Hauptlichtquelle eingesetzt wird.
Für reine Akzentbeleuchtung, zum Beispiel eine dezente Hintergrundbeleuchtung hinter einem Regal, in einer Schrankbeleuchtung oder als Stimmungslicht im Wohnzimmer, reichen 300 bis 600 Lumen pro Meter. Der Streifen soll hier nicht den Raum ausleuchten, sondern einen optischen Akzent setzen.
Für Ambientebeleuchtung und indirekte Beleuchtung in Vouten, Deckenabsätzen oder hinter Spiegeln im Bad sind 800 bis 1.200 Lumen pro Meter eine gute Orientierung. Hier soll der Streifen den Raum spürbar aufhellen, ohne zu blenden.
Für die Ausleuchtung einer Arbeitsfläche, etwa als Küchenunterbauleuchte unter den Oberschränken oder als Arbeitsbeleuchtung in der Garage, werden 1.200 bis 2.000 Lumen pro Meter benötigt. Hier dient der LED Streifen als funktionale Lichtquelle, die eine hohe Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche erzeugen muss.
Wie viel Lux für welchen Raum?

Für Wohnräume gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, aber bewährte Richtwerte, die sich in der Lichtplanung etabliert haben. Für Arbeitsstätten definiert die DIN EN 12464-1 verbindliche Mindestwerte. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung für die wichtigsten Raumsituationen.
| Empfohlene Lux | Zweck | |
| Flur, Treppenhaus | 100-150 lx | Orientierungslicht | |
| Wohnzimmer (Grundbeleuchtung) | 150-200 lx | Allgemeinbeleuchtung | |
| Schlafzimmer | 100-150 lx | Ruhige Atmosphäre | |
| Küche (Arbeitsfläche) | 300-500 lx | Funktionsbeleuchtung | |
| Badezimmer (Spiegel) | 300-500 lx | Farbechte Ausleuchtung | |
| Esszimmer | 200-300 lx | Tischbeleuchtung | |
| Büro (Schreibtisch) | 500 lx | DIN-Mindestanforderung | |
| Werkstatt, Garage | 300-500 lx | Arbeitsbeleuchtung | |
| Laden, Verkaufsfläche | 300-500 lx | Warenpräsentation |
Die Werte beziehen sich auf die Beleuchtungsstärke an der Nutzebene, also auf dem Schreibtisch, der Arbeitsfläche oder dem Fußboden. Für die Bürobeleuchtung sind 500 Lux am Arbeitsplatz nach DIN EN 12464-1 verbindlich vorgeschrieben. Im privaten Bereich sind die Werte Empfehlungen, die je nach persönlichem Empfinden und Raumgestaltung nach oben oder unten angepasst werden können.
Lux berechnen: Von Lumen zur Beleuchtungsstärke
Die Umrechnung von Lumen in Lux ist im Grundsatz einfach: Lux = Lumen ÷ Fläche (m²). Ein LED Streifen mit 1.400 Lumen pro Meter über einer 0,6 m breiten Küchenarbeitsfläche beleuchtet pro Laufmeter eine Fläche von 0,6 m². Rechnerisch ergeben sich daraus 1.400 ÷ 0,6 = rund 2.300 Lux direkt auf der Arbeitsfläche.
In der Praxis fällt der tatsächliche Lux-Wert niedriger aus, weil nicht das gesamte Licht senkrecht auf die Fläche trifft. Ein Teil geht seitlich verloren, ein Teil wird von Oberflächen absorbiert. Als Faustformel kann man mit einem Wirkungsgrad von 50 bis 70 Prozent rechnen, je nach Einbausituation und Reflexionsgrad der umgebenden Oberflächen. In einem weißen LED Aluprofil mit opaler Abdeckung liegt der Lichtverlust durch die Abdeckung selbst bei ca. 30 bis 35 Prozent.
Wer es genauer wissen will, braucht ein Luxmeter oder eine Lichtplanungssoftware. Für die meisten Wohnraum-Installationen reicht die Faustformel aber vollständig aus.
Warum die Watt-Angabe nichts über die Helligkeit sagt
In der Glühlampen-Ära war Watt ein brauchbarer Helligkeitsindikator: 40 Watt war dunkler als 60 Watt, 100 Watt war hell. Bei LEDs funktioniert das nicht mehr, weil unterschiedliche LED Chips bei gleicher Wattzahl unterschiedlich viel Licht erzeugen. Ein 10 W LED Streifen mit 160 lm/W ist heller als ein 14 W Streifen mit 80 lm/W, obwohl er weniger Strom verbraucht.
Die Watt-Angabe beschreibt den Stromverbrauch, nicht die Helligkeit. Für den Helligkeitsvergleich zählt ausschließlich der Lumenwert. Für die Dimensionierung des LED Netzteils ist wiederum die Wattzahl entscheidend: Das Netzteil muss für die Gesamtleistung aller angeschlossenen Streifen dimensioniert sein, mit mindestens 20 Prozent Leistungsreserve. Bei 24V LED Streifen sollte in der Regel alle 7 bis 8 Meter neu eingespeist werden.
Lumen und Farbtemperatur: Sieht warmweiß dunkler aus?

Ein warmweißer LED Streifen mit 2700 K und ein kaltweißer Streifen mit 6000 K können exakt denselben Lumenwert haben und trotzdem unterschiedlich hell wirken. Das liegt an der menschlichen Wahrnehmung: Das Auge empfindet kaltweißes Licht als heller, weil es empfindlicher für den blauen Spektralanteil ist. Ein warmweißer Streifen wirkt dadurch subjektiv etwas dunkler, obwohl er messtechnisch genauso viel Licht abgibt.
In der Praxis bedeutet das: Wer eine Voutenbeleuchtung mit warmweißem Licht plant und dieselbe gefühlte Helligkeit erreichen möchte wie mit neutralweiß, sollte einen Streifen mit etwas höherem Lumenwert wählen. Für Räume mit warmweißer Beleuchtung empfehlen sich deshalb Streifen am oberen Ende der jeweiligen Lumen-Empfehlung.
Wer die Farbtemperatur flexibel halten möchte, greift zu einem CCT LED Streifen mit einstellbarer Farbtemperatur. Die Steuerung erfolgt über einen 2-Kanal Controller aus unserer LED Steuerung.
SMD vs. COB: Gleiche Lumen, anderes Lichtbild
Zwei LED Streifen mit identischem Lumenwert können ein völlig unterschiedliches Lichtbild erzeugen. Bei einem klassischen SMD LED Streifen sitzen die einzelnen LED Chips in regelmäßigen Abständen auf der Leiterplatte. Bei einem COB LED Streifen liegen die Chips so dicht beieinander, dass eine durchgehende, punktfreie Lichtlinie entsteht.
Für die Lumen-Angabe macht das keinen Unterschied: Beide Streifentypen können denselben Lichtstrom pro Meter liefern. Der Unterschied liegt in der Lichtverteilung. COB Streifen verteilen das Licht gleichmäßiger und erzeugen in einem LED Profil auch mit transparenter Abdeckung ein homogenes Lichtband. SMD Streifen zeigen bei transparenter Abdeckung sichtbare Einzelpunkte und brauchen eine opale Abdeckung für ein gleichmäßiges Lichtbild. Die opale Abdeckung reduziert allerdings den Lichtstrom um ca. 30 bis 35 Prozent, was bei der Lichtplanung einkalkuliert werden sollte.


















